Wein und Mandeln
Tageswanderung vom 1. April 2026
Entdeckungen und Begegnungen in einer weniger bekannten Ecke im Wallis
Strahlender Sonnenschein empfing uns am Bahnhof von Salgesch – dem Heimatdorf von David Constantin, bekannt als Erfinder, Regisseur und Schauspieler der Serie Tschugger. Eine passende Kulisse für den Auftakt dieser Frühlingswanderung, zu der sich 17 Teilnehmende eingefunden hatten.
Schon bald nach dem Start machte sich die Gruppe auf den Weg bei sehr angenehmen Bedingungen. Ein leichter, zeitweise kühler Wind begleitete uns zunächst, doch mit jedem zurückgelegten Kilometer wurde es wärmer, sodass nach und nach die ersten Jacken im Rucksack verschwanden.
Schon kurz nach dem Start führte uns die Route auf den Smaragdeidechsenweg rund um den Kapälluhubil. Dieser Abschnitt erwies sich als besonders reizvoll: Wir wanderten durch wunderbare Weinberge, geprägt von zahlreichen Trockenmauern, vielfältigen Heckenstrukturen und typischen Flaumeichensäumen.
Am Ende dieses Wegabschnitts ergab sich eine interessante Begegnung: Zufällig trafen wir auf einen Ranger des Naturparks Pfyn-Finges, der gerade dabei war, die dort aufgestellte Informationsbox mit neuen Broschüren zu bestücken. So konnten wir uns gleich vor Ort wieder mit aktuellen Informationen eindecken. Zudem machte uns der Ranger auf einen nahegelegenen Mandelbaum aufmerksam, dessen Blüte bereits weit fortgeschritten war.
Anschliessend wanderten wir weiter durch die Ebene, bevor der Weg auf der gegenüberliegenden Seite wieder anstieg. Dort erreichten wir die spektakuläre Hee Briggu, die eindrücklich über die Bahnstrecke führt. Kurz danach begegneten wir einem erstaunlich mächtigen Holunderbaum.
Im weiteren Verlauf stiegen wir hinunter zur Raspille, jenem Fluss, der hier die Sprachgrenze zwischen der deutschen und der französischen Schweiz bildet. Nach der Querung führte unser Weg durch das Tal weiter entlang der Bisse de Marais, die uns immer wieder eindrückliche Blicke auf die Pyramiden von Raspille ermöglichte.
Nach einer erneuten Querung der Raspille folgte ein steiler Aufstieg durch die Rebberge hinauf zur Mengis Wasserleitu, wo wir uns einen wohlverdienten Mittagshalt gönnten. Drei Berg-Anemonen am Rand unseres Rastplatzes komplettierten das überall wahrnehmbare Frühlingserwachen.
Angenehm gestaltete sich anschliessend die Wanderung entlang der Suone: Auf rund drei Kilometern konnten wir ohne grössere Höhenunterschiede immer wieder schöne Ausblicke über Salgesch hinweg Richtung Unterwallis sowie über den Pfynwald geniessen.
Danach führte uns der Weg erneut durch eine reizvolle Reblandschaft mit vielen blühenden Hecken und Trockenmauern. In Varen querten wir das Dorf und stiegen über weitere Rebberge ab. Die zahlreichen Mandelbäume in dieser Gegend waren allerdings grösstenteils bereits verblüht oder hatten den vorhergehenden Frostnächten Tribut zollen müssen.
Nach der Querung der Dalabrücke, die spektakuläre Einsichten in die tiefe Schlucht gewährte, führte der Weg hinauf Richtung Leuk-Stadt. Von dort folgten wir teils dem alten Bahntrassee talwärts bis zum Bahnhof.
Im Café der Bäckerei Mathieu, die neu auch eine Filiale im Bahnhof Leuk betreibt, liessen wir den gelungenen Wandertag gemütlich ausklingen. Wer mochte, deckte sich dabei noch mit den angebotenen Spezialitäten ein.
Im April 2026 / Simon Johner; Bilder: Simon Johner, Gaby Strahm
