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B-TW 228 / 2025, Vom Emmental ins Wasseramt

Vom Emmental ins Wasseramt

Tageswanderung vom 22. Dezember 2025


Traumhafte Aussichten…

… hätte es gegeben. Nur hielt sich den ganzen Tag ein zäher Nebel. So beschränkten wir uns beim Schauen auf das Naheliegende.
Nach dem Startkaffee verliessen wir Burgdorf nordwärts, kamen beim alten Schulhaus Bütikofen durch wo wir ein erstes Mal die uns begleitende Ösch überquerten. Und gleich hatten wir am Rossmörder einen kurzen und ruppigen Aufstieg zu bewältigen. Der interessante Flurname dürfte sich eher auf die wohl früher dort vorkommenden «Rossmörder», wie die Maulwurfsgrillen auch genannt wurden beziehen. Jedenfalls hat sich wohl kaum je ein Bauernpferd an diesem Hügel zu Tode gekrampft. Weiter ging es oberhalb Ersigen durch, wo wir am Waldrand eine kurze Rast einschalteten. Den eigentlich geplanten Rastplatz konnte man kurz im Nebel sehen: Den Aussichtspunkt Loberg mit der mächtigen, alten Linde. So sieht es bei guter Sicht dort aus: https://trustyideas.ch/kanton-bern/aussichtspunkt-lobarg-ersigen/.
Weiter gingen wir am altehrwürdigen Rudswilbad vorbei, wo das ehemalige Kurhaus von einstiger Bedeutung zeugt. Danach folgte eine Wanderung entlang dem Hang, bevor wir nach Oberösch abstiegen, rechts abzweigten und schliesslich ins hübsche Niederösch mit seinen stattlichen Bauernhäusern und den ersten über den Bach gebauten Speichern kamen. Dem Lauf der Ösch entlang ging es weiter nach Öschberg, vorbei an der Gartenbauschule, wo einst Friedrich Glauser die Inspiration zu seinem Wachtmeister Studer Roman «Der Chinese» erhielt. Vorbei auch am ehemaligen Dienstbotenheim querten wir bald wieder die Ösch und den östlichen Teil Koppigens. In Willadingen stiessen wir wieder auf den Bach, der sich hier in zwei Bäche teilt. Wir folgten abseits des markierten Wanderwegs der Spychergasse und der «Willadinger Ösch». Und bewunderten dabei einige der erhaltenen Speicher, die quer über der Ösch erstellt wurden. Ein möglicher Grund dafür könnte der Schutz vor Diebstahl gewesen sein. Sollen doch findige Halunken früher die Speicher unten angebohrt haben um das gelagerte Getreide bequem rauslaufen und mitlaufen zu lassen, was zugegebenermassen in einem stattlichen Bach doch schon etwas schwieriger wäre.
Wir folgten dem Lauf der Ösch abwärts, bogen links in den Wald ab, passierten die Kantonsgrenze gelangten an die Lauterbrunnen Ösch, wo wir auch die Neubaustrecke der Hauptransversale der Bahn 2000 unterquerten, bei der Kneippanlage Recherswil vorbei und schliesslich zur Waldhütte. Dort wartete uns eine schöne Überraschung. Hanspeter Truttmann erwartete uns mit einem schönen, wärmenden Feuer, Punsch, Tee, Mandarinen und Erdnüssen. Nur noch rund einen Kilometer hatten wir bis nach Recherswil Dorf zu bewältigen. So fand die Wanderung einen gemütlichen und feierlichen Abschluss, der uns ein bisschen versöhnte mit den Aussichten, die eben nur Traum blieben.

Im Dezember 2025 / Simon Johner; Bilder: Christoph Grossenbacher

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